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Bedeutung roter Striche in der Tonspur
Muggel #1
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Betreff: Bedeutung roter Striche in der Tonspur
Hallo Leute,

ich habe mich nun mal daran gemacht, meine Hörspiel-MCs mit Audacity zu digitalisieren.
Was bedeuten diese roten striche in der Tonspur (siehe angehängtes Bild)?
Dachte erst, es handelt sich um übersteuerte Stellen, aber das kann ich beim hören nicht feststellen. Hab dazu auch nichts in der Suche oder den Anleitungen gefunden.
Weiß da jemand was dazu?

LG vom Muggel
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edgar-rft (Moderator) #2
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Schau mal bitte nach ob in Audacity unter "Ansicht > Übersteuerungen anzeigen" ein Haken im Kästchen ist und ob die roten Striche verschwinden, wenn du den Haken wegklickst. Die Übersteuerungsanzeige in Audacity_1.3.x-beta funktioniert sowieso nicht richtig.
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Muggel #3
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AHH!! Hi Edgar. jo das wars. vielen dank für die info.
heißt das jetzt für mich ich sollte nochmal aufnehmen? ikann ja sein das ich die übersteuerungen nur einfach nicht höre.
aber eigentlich habe ich nicht das gefühl. 

Auf welchen pegel sollte man denn die Aufnahme lautstärke stellen? ich habe bei dem Regler 0,6 eingestellt.
In den Windows Einstellungen steht der Line In Eingang auf 50%.
Gibts dazu irgendwelche Tips?
edgar-rft (Moderator) #4
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Das konkrete Problem mit der Übersteuerungsanzeige ist, dass sie auch Bereiche rot markiert, die definitiv *nicht* übersteuert sind. Wenn du nichts von einer Übersteuerung hören kannst brauchst du meiner Meinung nach auch nichts nochmal aufnehmen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich den Pegel "nach Optik" einzustellen und mit einem Pegel von so ungefähr 70-80% der Vollaussteuerung (nach dem Bild der Audacity Tonspur) aufzunehmen und die gesamte Tonspur erst hinterher mit "Effekt > Verstärken" auf Vollaussteuerung umzurechnen. Der "Verstärken" Effekt hat automatisch die richtige Voreinstellung weil Audacity die Maximalspitze schon während der Aufnahme ermittelt und intern speichert. Das erspart dir einen Haufen doppelte Arbeit weil mit Kassettenrekorderaufnahmen die genau 100% richtige Einstellung des Aufnahmepegels zu finden ist eine extrem mühselige Arbeit.

Auf welchen pegel sollte man denn die Aufnahme lautstärke stellen? ich habe bei dem Regler 0,6 eingestellt.
In den Windows Einstellungen steht der Line In Eingang auf 50%.

Die genauen Einstellungen sind leider Soundkartenabhängig, das kann ich deshalb nicht auswendig vorhersagen. Dazu müsste ich den kompletten Aufnahme/Wiedergabepfad deines Rechners ausmessen.
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Muggel #5
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Super danke für die Antwort. Also die Aufnahme hatte manches mal schon etwas mehr als 70-80%,
wenn du damit die Pegel meinst, die im Bild markiert sind. Da gibt es ja zwei Balken, den dunkelroten
der mehr ausfährt und den hellroten im Vordergrund. An welchem muss ich mich denn da orientieren mit den 70-80%?

Der Effekt den du ansprichst ist ja ne super Sache. Das heißt das Programm merkt sich die Aussteuerung beim Aufnehmen und normalisiert dann auf die beste.
Das ist ja praktisch. Das heißt wenn die höchste Spitze des gesamten Tracks irgendwo bei -9 dB z.B. lag, verstärkt das um 9dB hoch?
Oder sollte man da etwas drunter bleiben? so z.B. -3dB?
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edgar-rft (Moderator) #6
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Da gibt es ja zwei Balken, den dunkelroten der mehr ausfährt und den hellroten im Vordergrund. An welchem muss ich mich denn da orientieren mit den 70-80%?

Ich meinte den Spitzenpegel, also den Balken, der weiter ausschlägt.

  • Der dunklere Balken, der weiter ausschlägt ist der Spitzenpegel. Den Spitzenpegel brauchst du nur um den Aufnahmepegel so einzustellen, dass die Soundkarte nicht übersteuert, der Spitzenpegel hat aber für das, was du mit den Ohren hörst, keinerlei Bedeutung.

  • Der hellere Balken, der nicht so weit ausschlägt, ist der akustische Energiegehalt des Audiosignals. Der "akustische Energiegehalt" ist das, was du mit den Ohren als "Lautstärke" hörst.

Innerhalb der Tonspuren gilt das gleiche. Der innere, hellblaue Teil ist der Energiegehalt, der äussere, dunkelblaue Teil ist der Spitzenpegel.

Das heißt wenn die höchste Spitze des gesamten Tracks irgendwo bei -9 dB z.B. lag, verstärkt das um 9dB hoch?

Richtig. Auch wenn Audacity eine bereits aufgenommene Audiodatei von der Festplatte reinlädt wird bereits beim Laden nach dem Maximalpegel gesucht oder anders gesagt: der Maximalpegel *jeder* Tonspur wird intern gespeichert, damit die Effekte schneller arbeiten. Der "Verstärken" Effekt liest diesen internen Wert und stellt den Regler automatisch so ein, dass die Tonspur auf Maximum (ohne Übersteuerung) verstärkt wird, weil das die häufigste Anwendung für den "Verstärken" Effekt ist.

Oder sollte man da etwas drunter bleiben? so z.B. -3dB?

Bis -6dB (50%) ist nicht wirklich schlimm, bei einer 16-bit Soundkarte wird bei -6dB (50%) immer noch mit 15-bit aufgenommen.

Praktisches Beispiel:

Wenn ich eine C-90 Kassette aufnehmen will dann nehme ich meist eine komplette Seite am Stück auf und teile erst nach der Aufnahme die einzelnen Lieder in Audacity. Eine komplette Seite eine C-90 Kassette dauert 45_Minuten. Wenn ich den Spitzenpegel durch ausprobieren finden will dann muss ich mit die kompletten 45_Minuten mehrmals komplett anhören. Das dauert ewig. Viel schneller geht es wenn ich ein wenig zu leise aufnehme und erst hinterher alles auf "maximal" verstärke.

Eine komplette Kassettenseite in mehrere einzelne Dateien teilen siehe: Schneiden grosser Dateien
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Dieser Beitrag wurde 2 mal verändert, zuletzt am 26.01.2011, 01:21 von edgar-rft.
Alien01 #7
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Erstens bin ich neu hier und zweitens ist dieser Beitrag schon etwas älter. Aber erstmal guten Tag.

Ich wollte eigentlich nur nachfragen, um sicherzugehen, dass dieser Beitrag die Frage beantwortet, welche ich mir momentan Stelle. Denn ich habe auch gerade vor Meine alten Hörspielkassetten zu digitalisieren. Um mir die CD Versionen neu zu kaufen, bin ich zu knauserig, denn immerhin sind die Audio Kassetten ja noch vorhanden.

Was die Grundeinstellungen angeht, da würde ich sowieso erst mal nach dem Handbuch von audacity vorgehen.

Mein eigentliches Problem ist, bevor ich überhaupt erst ans anfangen dachte, war mir die mir als sehr umständlich vorkommende Ermittlung der richtigen Eingangslautstärke. - Ich meine nämlich bei anderen, ähnlich gearteten Aufnahme Tests (z.B. Audio von YouTube über Stereomix (?)) das
Problem gehabt zu haben, bei nachträglicher Lautstärkeerhöhung oft zu viel stärkere Verzerrungen drin gehabt zu haben, als wenn mir erst die passende Lautstärke ausgetestet hätte. Aber das nur nebenbei. - Immerhin sind Hörspielkassetten ja am Stück und nicht Trackweise die Musikstücke, welche man ja gefühlt problemloser durchaus mehrfach anhören kann. Eine Hörspielkassette mehrfach anhören zu müssen, um herauszufinden wie laut man sie einstellen muss, kam mir hingegen bislang sehr viel nervtötend umständlicher vor.

Nun zu meiner eigentlichen Frage.

Wenn ich diesen Beitrag hier richtig verstehe, kann ich dieses Problem automatisieren und von Audacity lösen lassen. Dazu müsste ich dann die Hörspielkassette einfach nur einmal komplett durchlaufen lassen, dann am Ende die entsprechenden Werte ablesen, mir diese merken und bei der "eigentlichen" Aufnahme vorgeben,

Sehe ich das richtig?

Schon mal Danke für die hoffentliche Antwort.

Mfg
Alien01
Ich weiß ich bin umständlich, aber man wird halt alt.
Uli Nobbe #8
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Zitat von Alien01:
Wenn ich diesen Beitrag hier richtig verstehe, kann ich dieses Problem automatisieren und von Audacity lösen lassen. Dazu müsste ich dann die Hörspielkassette einfach nur einmal komplett durchlaufen lassen, dann am Ende die entsprechenden Werte ablesen, mir diese merken und bei der "eigentlichen" Aufnahme vorgeben,

Sehe ich das richtig?

Nicht so ganz.
Also zum einen sehe ich da keinen Auomatismus, und was in der Pegelanzeige zu sehen ist, ist auch kein Korrekturwert, sondern der tatsächliche digitale Spitzenpegel (dBFS).

Du kannst während des Abhörens der Cassette auf den Pegelmesser für Aufnahme klicken, dann wird das ankommende Signal angezeigt. Dabei siehst Du neben der eigentlichen Aussteuerung zwei weitere Striche:

  • Der rote Strich vor dem Balken zeigt für einige Sekunden den zuletzt erreichten Spitzenpegel an.

  • Der blaue Strich bleibt stehen. Er zeigt an, welche Spitze in der gesamten Aussteuerung bislang erreicht wurde. Steht er auf Null = ganz rechts, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die 0 dBFS = Vollaussteuerung nicht nur erreicht, sondern vermutlich auch überschritten wurden.

Im angehängten Screenshot kannst Du das ganz gut erkennen: Der blaue Strich markiert den bis dahin höchsten Peak von ca. -1 dBFS, auch wenn der Rest der Tonspur darunter zu bleiben scheint.
In dem Fall ist ein weiteres Eingreifen nicht nötig.

- Bitte lass' Dich nicht von der Größe, Form und Darstellung der Pegelanzeige irritieren, ich habe das Audacity-Standardlayout für meine Zwecke angepasst -  :cool:

Wenn also nach dem Probedurchlauf deiner Cassette(n) die Pegelanzeige so aussieht, kannst Du beruhigt aufnehmen; es wird keine rote Balken in der Wellenform geben, sofern aktiviert.
Die tatsächlich gewünschte Lautstärke lässt sich später übrigens immer noch gut anpassen. Nur "zu leise" = gering sollte man nicht aussteuern, weil das bei einer möglichen späteren Verstärkung eventuelle Störgeräusche, z.B. Rauschen, mit hochziehen würde.
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Audacity Aussteuerung Peak.png 2,8 kBytes
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Alien01 #9
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Moin,
also wird mir am Ende dann doch nichts anderes übrig bleiben, als jedes Band zwei mal aufzunehmen.

1. um eine komplette Wellenform zur "audiovisuellen" Sichtung zu bekommen, nach der ich dann die so oft schon gelesene 2/3 Regel anwenden kann

2. die lauteste Stelle identifizieren, nochmals angepasst aufnehmen und probehören ob es passt

3. dann die eigentliche Aufnahme für eine durchgängig gleichbleibende Lautstärke mit dieser Einstellung nochmal durchführen, welche dann hoffentlich zum gewünschten Ergebnis eines passablen Rohmaterials führt. Man will ja schließlich keine ständigen Lautstärkewechsel im Material.

Hintergrund ist ja, das ich bei einigen Tests ähnlicher Art in der Vergangenheit festgestellt zu  haben meine, dass eine nachträgliche Anhebung der Lautstärke zu leise aufgenommenen Tons (sogar "EDV intern" aus dem Netz scheinbar klanglich einwandfreiem Ton) zu unschönem, bei Bearbeitung intensitätsabhänbigen Rauschen und klirren führte und bei Verminderung der Lautstärke zu laut aufgenommenen Tons zu knacken. Und sowas will man ja nicht.

Ergo am Ende so umständlich wie befürchtet. Aber gut. Dann ist das wohl so. Zumindest ein schönes Projekt.

Hätte ich jetzt nur noch ein zwei weiterführende Fragen, damit es beisammen bleibt und ich nicht viel weiter suchen muss.

So zum Beispiel, was es mit dem Balance Knopf genau auf sich hat, welchen mein altes Tapedeck (Kenwood KX-W2050) aufweisst. Wozu genau dient er und was bringt er?

Und wohl erstmal als Letztes, die Frage nach der Rauschunterdrückung. Sollte man diese, falls vorhanden, am Tapedeck direkt einschalten, vorausgesetzt man kennt das verwendete System sowie auch Bandmaterial, oder sie lieber ausgeschaltet und am Ende die Rauschunterdrückung von Audacity Plugins erledigen lassen.

Danke schonmal
Ich weiß ich bin umständlich, aber man wird halt alt.
Uli Nobbe #10
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Zitat von Alien01 am 29.05.2018, 07:44:
(...) nach der ich dann die so oft schon gelesene 2/3 Regel anwenden kann

Ich habe diese Regel jetzt nicht so oft gelesen wie Du (soll heißen: In dem Zusammenhang gar nicht) und ich bezweifle auch, dass sie in diesem Fall Allgemeingültigkeit besitzt.

Wir bewegen uns hier in einer digitalen Welt, und da heißt es vor allem: Nicht clippen! Ansonsten ist bei den Peaks bis zu -0,01 dBFS theoretisch fast alles erlaubt.
Inwiefern da jetzt irgendwelche 2/3 (von was eigentlich?) einen qualitativen Vorteil bringen sollen, möge mir bitte mal jemand logisch nachvollziehbar erklären.

Und noch was: Selbst in der digitalen Welt wird immer noch in dB (FS) gerechnet, auch wenn sie stellenweise loudness units (LUFS) heißen. Wenn Du in der Wellenform nämlich von diesem 0-1 (linear) auf dB (relativ) umschaltest, sieht Deine Wellenform plötzlich ganz anders aus.
Es wäre von der Skalierung her komplett sinnfrei, in der relativen (logarithmischen!) Welt der dB nach 2/3 zu rechnen. Streng genommen, und hier wird es richtig lustig, müssten wir nach dem RMS-Zielwert in LUFS rechnen, bei gleichzeitiger Begrenzung der Peaks auf -1 dbFS. Aber so weit ist Audacity - leider - noch nicht.

Jetzt mal einen Sprung zurück, da wir beide ja noch aus der Cassettenzeit zu stammen scheinen: Wie haben wir denn früher vom Radio aufgenommen, ohne Referenzwert, am analogen VU-Meter? Da gab's auch keinen Probedurchgang.
Na gut, mit Schallplatte: Hast Du da auch die ganze Platte durchgehört und auf das VU-Meter gestarrt, wann es die +3 (!) übersprang?

Ich glaube, Du machst Dir das Leben im Augenblick ein wenig zu schwer.
Wo würdest Du denn die lauteste Stelle im Hörspiel vermuten? Welches Ereignis müsste theoretisch am lautesten sein? Vielleicht ist es gar der Opener?

Zitat von Alien01 am 29.05.2018, 07:44:
Man will ja schließlich keine ständigen Lautstärkewechsel im Material.

Hier unterliegst Du meiner Meinung nach einem Irrtum. Bei der Übertragung des Materials wird keinerlei Lautstärkeanpassung vorgenommen. Vielmehr bleibt die ursprüngliche Dynamik erhalten - und das ist auch gut so!
Dieser Unfug der angeblich zwingend notwendigen Lautheitsangleichung muss endlich mal gebremst werden. Solltest Du es dennoch möglichst platt haben wollen - na gut, Audacity hat für solche Fälle auch ein Werkzeug zur Reduzierung der Dynamik parat. Aber das geht erst in einem zweiten Schritt.

Zitat von Alien01 am 29.05.2018, 07:44:
Hintergrund ist ja, das ich bei einigen Tests ähnlicher Art in der Vergangenheit festgestellt zu  haben meine, dass eine nachträgliche Anhebung der Lautstärke zu leise aufgenommenen Tons (sogar "EDV intern" aus dem Netz scheinbar klanglich einwandfreiem Ton) zu unschönem, bei Bearbeitung intensitätsabhänbigen Rauschen und klirren führte und bei Verminderung der Lautstärke zu laut aufgenommenen Tons zu knacken. Und sowas will man ja nicht.

"EDV-intern", wie süß.
Wenn das nicht ein 1a loopback innerhalb der Soundkarte noch vor dem D/A-A/D-Wandler war, dann war da absolut gar nichts mehr "intern" - Grüße aus der analogen Welt. Bloß weil etwas "aus dem Netz" kommt, heißt das noch lange nicht, dass es auch wirklich konsequent digital weiterverarbeitet wurde.

  • Wenn es in der Nachbearbeitung gerauscht hat, war entweder das Ausgangsmaterial Schrott oder die Soundkarte grottig (wobei auch hier ein mögliches - doppeltes? - Durchlaufen des A/D-Wandlers denkbar wäre).

  • Ein Knacksen in der Aufnahme deutet weniger auf Verstärkungsprobleme hin, sondern auf ein anderes Aufnahmeproblem. Die Hinweise reichen von unsauber getakteten Soundkarten über Sampling-Probleme bis hin zu Problemen mit Multicore-Prozessoren. Die Bandbreite ist riesig, aber Knackser infolge Lautstärkenänderung wären jetzt auch mir neu.

Zitat von Alien01 am 29.05.2018, 07:44:
So zum Beispiel, was es mit dem Balance Knopf genau auf sich hat, welchen mein altes Tapedeck (Kenwood KX-W2050) aufweisst. Wozu genau dient er und was bringt er?

Eine Bedienungsanleitung zu dem Gerät sollte die beste Hilfe für Dich sein.

Zitat von Alien01 am 29.05.2018, 07:44:
Und wohl erstmal als Letztes, die Frage nach der Rauschunterdrückung. Sollte man diese, falls vorhanden, am Tapedeck direkt einschalten, vorausgesetzt man kennt das verwendete System sowie auch Bandmaterial, oder sie lieber ausgeschaltet und am Ende die Rauschunterdrückung von Audacity Plugins erledigen lassen.

Du hast diese Frage schon mal gestellt, in einem anderen Thread. Ich bin kein so großer Freund von Crossposting.
Dort hatte ich eigentlich auf einen anderen Spezialisten gehofft, der sich bislang aber noch nicht gemeldet hat.
Alien01 #11
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Ich gebe es zu, hab ich glaub ich schonmal hier irgendwo, ich bin ein absoluter Laie der eigentlich immer nur rumprobiert und so viele Informationen zu bekommen versucht wie möglich, um ihm bei seinem stümperhaften Vorhaben zu helfen. Mea Culpa

Inzwischen habe ich ürbrigens den wichtigsten Teil meines Vorhabens digitalisiert und zwar mit einem popeligen Universum Doppelkassettendeck, weil mein altes den Geist aufgegeben hat, ganz ohne Bandart-wahl und Rauchunterdrückung. Pur eben. Und mit ner Aufnahmelaugstärke von 0,5 (bei allen 21 Folgen) bin ich auch gut hingekommen ohne das er irgendwo übersteuert hat. Alles immer im Bereich knapp über +/- 0,5 bei der Wellenform.

Und bevor ich hier wieder mit "crosspostings" anfange und eine Diskussion von Zaun zu brechen versuche, die hier nicht hin gehört, ob ich jetzt versuchen sollte das Rauschen zu entfernen, auf die bestmögliche Lautstärke anheben und wenn ja in welcher Reihenfolge, oder ob die Rohquali der "Digitalisierung" belassen werden sollte, weil sie eben den Charme einer Hörspielkassette so schön rüber bringt, bedanke ich mich hier lieber für die mir entgegengebrachte Hilfe.

Entschuldigung für die dargebrachten Unannehmlichkeiten eines Noobs.

Und noch was zu Crossposting. Es mag Subjektiv sein, vielleicht auch Faulheit aus der Sicht derer die sie bemerken, aber auch Krake Google ist noch lange nicht so intuitiv wie vielleicht das Bibliothekscomputer in Star Trek, welcher eine Suchanfrage passend genug eingrenzt, das man nicht immer noch das halbe Internet durchsuchen muss, bis man tatsächlich auf eine bereits vorhandende Frage/Antwortsituation trifft, die der eigenen entspricht. Da sind Crosspostings doch lediglich eine Art "Suchalgorithmus-erweiterung" auf menschliche Mit-Poster, welche dann vielleicht sogar in der Lage sind einen entsprechenden Hinweis zu geben, den man selbst, nach schon langem Suchen, noch nicht gefunden hat. Bitte nicht übel nehmen.

Danke trotzdem

Alien01
Ich weiß ich bin umständlich, aber man wird halt alt.
Franky666 #12
Mitglied seit 06/2008 · 11 Beiträge
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Kassetten digitalisieren... Ich habe das alles schonmal hinter mir.

Wenn du Qualität möchtest, zunächst einmal ein paar Tipps von mir:

- Nimm nicht einfach stumpf mit 44100Hz auf, sondern mit der Samplerate, mit der deine Soundkarte arbeitet (das ist selten 44100Hz. Meist ist es 48000 oder 96000Hz).
- Nimm von Line-In statt Stereomix auf (Stereomix ist sozusagen alles und entsprechend fängst du dir u.U. mehr Rauschen ein)
- Zwischenspeichern stets mit 32-Bit. Erst ganz am Ende auf 16-Bit herunterschrauben (oder auch in 32-Bit belassen). Falls du auf 44100Hz resampeln möchtest (was mit dem Audacity-Resampler klanglich keine Auswirkung hat), tu dieses unbedingt vor dem Speichern als 16-bit.
- Jede Speicherung als 16-bit ist mit einem kleinen Qualitätsverlust verbunden, der sich hörbar auswirken kann, wenn das zu oft geschieht.
- Eine höhere Samplerate als 48000Hz für das Endprodukt zu verwenden, ist Platzverschwendung. Falls das während der Aufnahme nötig war, unbedingt heruntersampeln.

Du musst die Kassetten nicht zwingend 2x hören. Ich würde es höchstens aus mechanischen Gründen tun, falls diese schon sehr lange nicht mehr gespielt wurden. Bänder neigen zum Verkleben. Wenn dir der Zustand aber bekannt ist und die Kassette vor kurzem gehört wurde, dann kannst du diese direkt digitalisieren.
Falls das Band schon sehr alt ist, würde ich bereits beim ersten Durchlauf bereits aufnehmen. Wenn dann im zweiten Durchlauf das Band bröselnderweise den Geist aufgibt, dann hast du wenigstens die Aufnahme vom ersten Durchlauf.

Wegen der Aussteuerung: Zu hoch = übersteuern = schlecht, zu niedrig = mehr Rauschen = schlecht.
Eine Kassette würde in etwa soviel aussteuern: https://www.soundandrecording.de/wp-content/uploads/2015/0….
Wenn das allerdings so eine heruntergenudelte Mixkassette ist, wo immer wieder mal angestückelt wurde und alles mögliche durcheinander drauf ist, dann hilft dir nur die bereits beschriebene Methode.
Probeaufnahme starten, Kassette anmachen, warten bis die Musik laut wird und danach aussteuern. Dann Kassette nochmal zurückspulen, die Probeaufnahme wegwerfen und die richtige Aufnahme starten.
Wenn du während der Aufnahme merkst, dass die Aussteuerung schlecht ist: Abbrechen und nochmal das ganze.

Ansonsten:
- Digitalisiere einmal "leer" und verstärke das Ergebnis, um sicherzusein, dass keine Störgeräusche mit aufgenommen werden. Bewahre diesen Mitschnitt auf, denn er kann für eine Rauschfilterung nützlich sein.
- Halte den Tonkopf sauber.
- Ältere Kassetten (vor allem nahe am Bandende) möglichst nicht spulen, da dieses alte Bänder oft beschädigt.
- Falls das Wiedergabegerät eine ganze Stereoanlage ist: Radioantenne und alle unnötigen Geräte abziehen!
- Wenn es sich um alltägliche Musik handelt, die du ohne weiteres digital neu beschaffen kannst: Lass es! Lohnt echt nicht.
- Achte auf korrekte Einstellungen am Kassettenrekorder (Dolby usw.)
- Schalte Bass- und Höhenregler auf 0
- Bei Monokassetten NICHT am Ende die Stereospur zu Mono heruntermixen, sondern diese auftrennen und die schlechtere von beiden löschen.
- Schneide mit Audacity, nicht mit dem Kassettenrecorder, um die Kassette zu schonen
- Brülle bei laufender Aufnahme einmal kräftig in den Kassettenrecorder, um sicher zu sein, dass darin kein Mikro versteckt ist, das nebenbei noch diverse Fürze einfängt und in die Aufnahme reinmischt.
- Wenn es MP3's werden, sei nicht zu sparsam mit der Bitrate. 192kbps reichen für eine digitalisierte Kassette NICHT. Kassetten sind halt nicht klinisch rein und deshalb wird mehr Bitrate benötigt, um alles zu erfassen.
- Vermeide es, die Aufnahme durch unbedachtes Nutzen sämtlicher digitaler Nachbearbeitungsmöglichkeiten zu zerfiltern. Bewahre das Original auf, falls du später nochmal besser nachbearbeiten möchtest. Sonst ärgerst du dich später. Das Rauschen (teilweise) drinlassen klingt meistens besser als es zu entfernen, da  Rauschfilter prinzipbedingt leise Tonfrequenzen zerstören. Gerade der Rauschfilter kann viel kaputt machen.
- Während der laufenden Aufnahme nicht die Aussteuerung nachbessern.
Dieser Beitrag wurde 2 mal verändert, zuletzt am 21.06.2018, 23:18 von Franky666.
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