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Mikrofonvorverstärker (PreAmp)
saint.itch #1
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Subject: Mikrofonvorverstärker (PreAmp)
Hallo.

Ich habe jetzt schon einiges zum Thema gelesen und erwäge
nun doch den Kauf eines der im Thema genannten Geräte,
insofern die folgende Bedingung erfüllt ist:

"Ein PreAmp (Mikrofonvorverstärker) verstärkt das Signal
des Mikrophones. Dabei werden (nicht zu gleichen Teilen)
das Grundrauschen und das Nutzsignal verstärkt.

Die Verstärkung hebt dabei den Störsignalabstand an, so
dass zum Schluss eine Verstärkung von min 4x Nutzsignal
und 2x Grundrauschen herauskommt. (2:1)

Deswegen kann Software auch keinen Vorverstärker ersetzen,
weil Stör- und Nutz-Signal zu gleichen Teilen verstärkt werden,
also 2x Störsignal und 2x Nutzsignal. (1:1) [Anplitudenanhebung]"

Ist das Korrekt?

Vielen Dank
edgar-rft (Moderator) #2
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Einen elektronischen Verstärker, der das Nutzsignal mehr verstärkt als als das Störsignal gibt es leider nicht, weil das ist physikalisch schlichtweg unmöglich. Auf Grund des Elektronenrauschens (das hauptsächlich daradurch entsteht, dass wir auf der Erde rund 300 Grad Kelvin über dem Temeratur Nullpunkt liegen) ist es sogar so, dass jeder elektronische Verstärker ein Rauchen hinzufügt. Lediglich die Menge des hinzugefügten Rauschens ist unterschiedlich.
Deutsche Handbücher und Onlinehilfe findet ihr unter "Bitte zuerst lesen", "Informationen und Fragen zur Webseite" und "Allgemeine FAQ"
saint.itch #3
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Ok, ich denke dann habe ich alles richtig verstanden.

Aber wenn ich im Linein Aufnehme, dann wird kein
Rauschen zum normalen Rauschen hinzugefügt,
denn geht Strom vom Verstärker/Soudnkarte zum Mic,
kommt das Rauschen.

Da das Mic dann nicht im Mic-In ist, kommt zumindest nicht
mehr Rauschen als vorher.

Hast Du einen Mikrofonvorverstärker und kannst Du mir
sagen, ob das hinzugefügte Rauschen weniger ist als das
von einer normalen Soundkarte.

Wenn ich Spreche oder die Umgebung aufnehme ist zwar
alles ok, aber ich würde gerne auch sehr sehr leise Sachen
aufzeichnen und dann Verstärken. (Bedingung: kaum Rauschen)

Benutze mein Notebook, was eigentlich ganz ok ist, bis es leise wird.
Dachte mein PC wäre da besser, aber da ist das Rauschen eher noch
Schlimmer.

Ich bin kein elektriker (nur Informatiker).

Durch eine gleichspannung durch eine Batterie die keine
Wechselstrom hat, verbessert sich nichts im Bezug auf
einen Mikrofonvorverstärker und Rauschen, oder?
edgar-rft (Moderator) #4
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Also meine Erfahrungen sehen so aus:

  • Die Mikrofonvorverstärker der meisten (bezahlbaren) Soundkarten sind von der Qualität her eigentlich eher für Internet Telefonieren als für Mikrofonaufnahmen geeignet. Für Mikrofonaufnahmen geeignete Soundkarten mit eingebautem Mikrofonvorverstärker kosten meist über 100_Euro aufwärts. Ich persönlich kenne keine einzige Onboard Soundkarte, deren Mikrofoneingang eine für Mikrofonaufnahmen brauchbare Aufnahmequalität liefert. (Wer eine weiss bitte hier reinschreiben, weil ich werde so etwas oft gefragt).

  • Die Aufnahmequalität des 'Line' Eingang der meisten (bezahlbaren) Soundkarten reicht aus, um mit einem externen Mikrofonvorverstärker Mikrofonaufnahmen (auch leiser Geräusche) in brauchbarer Qualität zu machen. Du brauchst meist nicht einmal eine besondere Soundkarte zu kaufen.

  • Mit einem externen Mikrofon-Vorverstärker kannst du Mikrofonaufnahmen an eigentlich so gut wie jedem Computer machen (egal welche Soundkarte und welches Betriebssystem), bei einer externen USB Soundkarte besteht zum Beispiel immer noch das Risiko, dass irgendwelche Treiber nicht passen (vor allem bei Linux ein Problem).

  • Um leise Geräusche aufzunehmen brauchst du ein Mikrofon, das möglichst wenig rauscht. Das Mikrofon verursacht meist mehr Rauschprobleme als der Vorverstärker, und der Vorverstärker verstärkt halt nunmal alles, sowohl das Audio Aufnahmesignal genauso wie das Rauschen des Mikrofons, weil der Vorverstärker das nicht unterscheiden kann.

Hast Du einen Mikrofonvorverstärker und kannst Du mir sagen, ob das hinzugefügte Rauschen weniger ist als das von einer normalen Soundkarte.

Ja, ich habe mehrere Vorverstärker, die alle wesentlich weniger rauschen als die eingebauten Mikrofonvorverstärker von Soundkarten. Problem dürfte allerdings sein, dass ich diese Vorverstärker alle selbst gebaut habe weil ich die Vorverstärker, die ich haben wollte, nicht bezahlen kann. Ich kann dir deshalb nicht auswendig sagen welchen Vorverstärker du kaufen sollst.

Frage: wie heisst denn das Mikrofon, mit dem du aufnimmst, weil dann kann ich vielleicht in den verschiedenen Internet Katalogen herumsuchen, welcher Vorverstärker geeignet wäre.

Durch eine  Batterie die keine Wechselstrom hat, verbessert sich nichts im Bezug auf einen Mikrofonvorverstärker und Rauschen, oder?

Im Prinzip schon, weil auch ein Netzteil einen Regelverstärker hat, dessen Rauschen sich zum Rauschen des Vorverstärkers addiert. Solche Probleme hast du aber eigentlich nur, wenn du zum Beispiel das Geräusch einer fallenden Stecknadel aus mehreren Metern Entfernung aufnehmen willst (nicht lachen, dass war der schlimmste Fall, den ich bisher erlebt habe). Ich selber verwende Batterien aber meist nur deshalb, weil ich dann keine Verlängerungskabel mitschleppen muss...

P.S.: wenn du jemand kennst, der Löten kann, Schaltpläne für Mikrofon-Vorverstärker gibt es hier:

Deutsche Handbücher und Onlinehilfe findet ihr unter "Bitte zuerst lesen", "Informationen und Fragen zur Webseite" und "Allgemeine FAQ"
This post was edited on 2010-02-02, 10:15 by edgar-rft.
saint.itch #5
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Das Mikro hier

Das Beispiel mit der Stecknadel ist sehr beispielhaft für mich.
Das Mikrofon eigent sich eigentlich dafür, aber eben das Rauschen...

Ich möchte halt sehr leise geräusche aufnehmen, amplifieren und
dann mit möglichst kaum Rauschen abspielen.

Soll ein effekt wie z.B. ein Rasterelektronenmikroskop sein.
So sieht schnee aus
Da fehlt zwar die farbe, aber ansonsten sehr eindrucksvoll.
edgar-rft (Moderator) #6
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Also ich versuche jetzt schon den zweiten Tag die Rauschdaten des Vivanco Mikrofons herauszubekommen. Auf allen Internetseiten, auf denen das Mikrofon verkauft wird, finde ich eigentlich nur ein mehr oder weniger nichtssagendes und schwammiges Herumgelabere, aber keine brauchbaren technischen Daten, und seitens der Firma Vivanco habe ich auch noch keine brauchbare Antwort erhalten (was aber noch nichts bedeuten muss, weil die Firma Vivanco ist eine Handelsfirma und nicht der Hersteller des Mikrofons, der sich wahrscheinlich irgendwo in Asien befindet).

Es gab mal zwei ewige Threads hier im Forum zum Thema Mikrofonaufnahmen mit tragbaren Aufnahmegeräten und Zubehör unter:


Ich hatte auch mal eine Liste mit Links zu allen mir bekannten tragbaren Vorverstärkern hier im Forum zusammengesucht, die ich aber gerade nicht mehr finde. Sie muss irgendwo unter Musicproduction/Mastering oder Radio/Interviewbearbeitung sein.  :-/

Ich muss mal nachher weitersuchen...
Deutsche Handbücher und Onlinehilfe findet ihr unter "Bitte zuerst lesen", "Informationen und Fragen zur Webseite" und "Allgemeine FAQ"
This post was edited on 2010-02-03, 14:40 by edgar-rft.
saint.itch #7
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In reply to post #4
Quote by edgar-rft on 2010-02-02, 05:10:


Ist der Phillips NE 5532A wirklich rauschärmer oder
gehts da nur um  die garantiertheit?

Und gibt es noch bessere ICs?
This post was edited on 2010-02-18, 04:45 by saint.itch.
stephan_g #8
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So'n 5532er ist für den Hausgebrauch schon ganz ordentlich in Sachen Rauscharmut (Spannungsrauschen laut Datenblatt typisch 5 nV/sqrt(Hz)) und kostet wenig. Man kann vorne auch noch 'ne rauscharme Differenzstufe dranklöppeln, aber das ist nichts für Anfänger. (Und wenn man schon einen Doppel-OP am Wickel hat, bietet sich eine zweistufige Verstärkerschaltung an.) Deutlich rauschärmere OPs - da gehen nochmal 10-12 dB weniger, wenn die Schaltung drumherum paßt - gehen etwas ins Geld. Mir fallen da z.B. LT1028/1128 ein, oder auch der AD797 (wobei der 'ne Zicke ist, da sollte das Platinenlayout mitsamt Bypass-Cs schon passen; hat aber ein sehr gutes Datenblatt).

Andere Bauvorschläge gibt's z.B. bei Rod Elliott.
saint.itch #9
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Du meinst wahrscheinlich sowas hier:
[Image: http://images.hardwarecanucks.com/image/robscix/Snd_Cards/Xonar%20DX/5532.jpg]

Leider sind meine Elektronikkenntnisse auf Strommessen beschränkt.
Achja, V*A=W ;)

Wenigstens weiss ich was ein Amplifier ist,
aber das OP, wofür steht das?
stephan_g #10
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OP = Operationsverstärker
Die Implementation realer OPs ist etwas tricky, mit ein paar Faustregeln aber meist recht gut zu bewerkstelligen. Bei sehr eingeschränkten Elektronikkenntnissen würde ich allerdings allenfalls zu komplett fertig konzipierten Bausätzen greifen...

Was ich mich gerade frage: Gibt es eigentlich einen preisgünstigen fertigen Mic-Pre mit 48V-Phantomspeisung und einstellbarem Gain, der "nur" verstärkt, ohne Röhrenstufen und derlei Brimborium? Unsymmetrischer Ausgang hätte was. Nicht daß man sowas mühselig selber konzipiert und aufbaut, und dann gibt's etwas professionell gemachtes in der Preisklasse Appel+Ei...
edgar-rft (Moderator) #11
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Für'n Appel+Ei wahrscheinlich leider nicht, weil dafür wird so etwas zu selten verkauft, wodurch eine Massenproduktion zu teuer wird. Das einzige was mir spontan dazu einfällt heisst "Behringer Shark", der hat aber keine Phantomspeisung und produziert ein selbst mit einer 16-bit Soundkarte hörbares Hintergrund-Rauschen, was für einen Preis von ca. 80_Euro aber auch irgendwie nicht anders zu erwarten ist. Du kannst heutzutage davon ausgehen, dass wenn der Uli Behringer noch nicht auf die Idee kam so etwas anzubieten, dann lohnt sich eine Massenfertigung auch nicht.

Es gibt zwei relativ riesige Diskussionen über alle Art von Mikrofon-Aufname Geräten und was sonst noch so dazugehört unter:


Da sind auch mobile Mikrofon-Vorverstärker mit Phantom-Speisung dabei, z.B. hier http://www.audacity-forum.de/post/4531

Einen Vorverstärker mit Phantomspeisung und einem Rauschabstand von mehr als 100dB, den ich selber schon gebaut habe, ist dieser hier:

  • INA217 - (fast) nicht rauschender symmetrischer Mikrofon-Vorverstärker auf Seite 7 (PDF, englisch)
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This post was edited 3 times, last on 2010-03-03, 05:11 by edgar-rft.
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