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gekappte Frequenzspitzen
PT109 #1
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Betreff: gekappte Frequenzspitzen
Hallo, ich bin neu hier und eigentlich hab ich keinerlei Ahnung von der Materie, ich wollte einfach nur meine alten Schallplatten digitalisieren und hab mir dafür eine Pro-Ject Record Box E gekauft, in der Meinung einfach anschließen und läuft. Nun ja, läuft auch irgendwie, aber halt nicht rund.
Der analog Ausgang der Pro-Ject Record Box E an die Stereo funktioniert einwandfrei, jedoch über USB am Computer gibt es Probleme mit S-Lauten (zischeln) und besonders im Bass kommt es zu Clipping, wenn dies der richtige Ausdruck dafür ist, ich würde es als gekappte Frequenzspitzen bezeichnen.
Wenn man sich den Frequenzgang im Audacity anschaut sieht man dies deutlich als Plateau an den Ausschlägen.
ich denke ich habe alles richtig eingestellt und auch schon probiert über den Eingangsregler im Audacity, jedoch ohne Erfolg, dann wird es nur insgesamt leiser.

Ich hoffe Ihr könnt mir helfen und sagen woran es liegen kann.

Grüße
Oliver
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Uli Nobbe #2
Benutzertitel: Sprecher
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Hallo Oliver,

da kommen gleich mehrere Dinge zusammen.

Zitat von PT109:
Der analog Ausgang der Pro-Ject Record Box E an die Stereo funktioniert einwandfrei, jedoch über USB am Computer gibt es Probleme mit S-Lauten (zischeln) und besonders im Bass kommt es zu Clipping, wenn dies der richtige Ausdruck dafür ist, ich würde es als gekappte Frequenzspitzen bezeichnen.
Wenn es hörbare Unterschiede zwischen dem Monitorsignal und der Aufzeichnung gibt, würde ich das Problem beim A/D-Wandler in der Box suchen. Audacity nimmt nur auf, was ihm angeliefert wird. Während der Aufnahme erfolgt keine Signalbeeinflussung (wenngleich das von manchen Nutzern immer wieder gewünscht wird).
Die Wandlung in ein digitales Signal erfolgt ja in der Box selber. Die USB-Verbindung ist nur noch das Transportmittel; der PC und Audacity sind da, was die Qualität des Signals angeht, außen vor.

"Gekappte Frequenzspitzen" sind in aller Regel kein Problem, das als Clipping angesehen werden kann - zumindest nicht von Audacity her.
Audacity kann Dir Clippig anzeigen, und zwar über
Ansicht > Übersteuerungen anzeigen
(Haken gesetzt?)
Jede rote Linie ist eine Übersteuerung (Bildschirmfoto als Beispiel im Anhang). Solange Du das nicht siehst, ist für Audacity erst mal alles okay.

Zitat von PT109:
Wenn man sich den Frequenzgang im Audacity anschaut sieht man dies deutlich als Plateau an den Ausschlägen.
Ich kenne das Phänomen von einer früheren Soundkarte (USB-Interface). Die hat von sich aus bei -3 dBFS immer gekappt, quasi wie ein Brickwall-Limiter. Konnte ich nichts gegen machen. Zwar hatte das keine ernsthaften klanglichen Auswirkungen, aber ich lasse mir ungern Dynamik klauen. Gerade bei Vinyl kann ich das bestens nachvollziehen.
Ähnliches tritt auf, wenn man Audiodateien mit sauber ausgepegeltem ReplayGain abspielt - da clippt nix, weil die so ganz kurz vor 0 dBFS einfach dicht machen (ich hab's mit Audacity im Zoom mal überprüft).

Auch in dem Fall würde ich mal auf den A/D-Wandler Deiner Box tippen. Beweisen kann ich's freilich nicht, aber an Audacity liegt es nicht, weil - wie erwähnt - lediglich das Signal so genommen wird, wie es kommt (Audacity nimmt während der Aufnahme keinen Einfluss auf das ankommende Signal), und weiterhin wäre dann so ein Clipping wie im angehängten Bildschirmfoto in Audacity gar nicht möglich.

Zitat von PT109:
ich denke ich habe alles richtig eingestellt und auch schon probiert über den Eingangsregler im Audacity, jedoch ohne Erfolg, dann wird es nur insgesamt leiser.
Korrekt. Dabei machst Du nichts anderes, als das ankommende Signal mehr oder weniger stark zu dämpfen (Aufnahmelautstärke 1,00 = 100%, alles darunter ist eine Dämpfung), wie beim klassischen Lautstärkeregler auch.
Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Signal schon so "plattiert" ankommt und Du seitens Audacity während der Aufnahme vermutlich nichts verbessern kannst.

Eine bessere Analyse habe ich derzeit leider nicht für Dich.
Gruß, Uli
Auch Audacity kann den guten alten Technikergrundsatz nicht aushebeln:
Shit in - shit out: Qualität entsteht während der Aufnahme, nicht in der Nachbearbeitung!

Aktuelle Version: Audacity 2.1.3
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Clipping.png 209 kBytes
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Volker #3
Mitglied seit 3 Monaten · 1 Beitrag
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Antwort auf Beitrag #1
Betreff: Pro-Ject
Hallo Oliver,

da ich sehr ähnliches gerade mit einer Pro-Ject Phonobox USB durcharbeite, folgende Fragen:

Wird Project im Bereich Aufnahmegeräte als USB Audio CODEC erkannt?

Die Änderung des Aufnahmepegels ändert nicht die Kappung des Signals, sondern nur die
Lautstärke?

Das Signal passt also nie in den "Aufnahmekanal", sondern die Spitzen sind immer gekappt?

Ab welchem Aufnahmepegel treten echte Verzerrungen auf (Rote Verfärbung des Signals?

Habe mit Pro-Ject per Mail Kontakt aufgenommen, mal sehen, was der Support dort sagt.

Ich vermute, dass der Pegel von vornherein schon zu hoch ist, bevor er den Rechner "betritt".

Grüße Volker
PT109 #4
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Hallo Ulli, danke für die ausführliche Antwort, es löst erstmal nicht da Problem aber bestärkt mich in der Annahme das die Project Phono Box der Verursacher ist.

Hallo Volker,
Zu Deinen Fragen:
- Ja die Box wird richtig erkannt als "Mikrofon USB Audio Codec" wie auch bei Pro-Ject  in der Anleitung beschrieben.
- Ja die Änderung des des Aufnahmepegels ändert nichts die Kappung des Signals, sondern nur die
Lautstärke!
- "Das Signal passt also nie in den "Aufnahmekanal", sondern die Spitzen sind immer gekappt?" Ja genauso könnte man es beschreiben. Wenn ich wüsste wie man Bilder anhängt könnte ich einen Screenshot zeigen.
- echte Verzerrungen die rot markiert sind kommen nicht vor, da dass Signal richtig eingepegelt wird, Übersteuerungsanzeige ist an

"Ich vermute, dass der Pegel von vornherein schon zu hoch ist, bevor er den Rechner "betritt"." ja das vermute ich auch.

halte mich bitte auf dem laufendem was Pro-ject Dir zu Deiner Anfrage mitteilt.

Grüße
Oliver
PT109 #5
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Noch eine Frage, wie sinnvoll wäre es analog von der Record Box E zum Computer auf eine Soundblaster Recon3D zu gehen und dieser die digitale Wandlung zu überlassen.
Eventuell ist hier der A/D Wandler vielleicht sogar besser und man kann den Pegel regeln, was bei der Record Box E nicht geht.
PT109 #6
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Antwort auf Beitrag #3
Hi Volker,
da von Dir nichts mehr kam habe ich zwischenzeitlich selbst den Pro-Ject Support angeschrieben.
Geholfen hat es mir leider nicht wirklich, aber der Pro-Ject Support meinte das einige Tonabnehmer speziell von Ortofon sehr laut wären und den Eingang des A/D Wandlers der Pro-Ject Box übersteuern. Scheinbar fällt mein Ortofon Pro-S darunter.
Mir wurde aber bis jetzt keine Lösung angeboten. Ein neuen TA will aber nicht einfach kaufen, nur um diese Theorie zu testen.
Was haltet Ihr davon!
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Uli Nobbe #7
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Hallo ihr beiden,

ich stoße da an meine Grenzen - und inzwischen scheint klar zu sein, dass das Phänomen nicht auf Audacity, sondern auf die Hardware zurückzuführen ist.
Von daher wäre das Thema in diesem Forum also - streng genommen - "gelöst".

Zugegeben: Dass ein Tonabnehmer "zu laut" sein kann, ist mir auch neu (bin halt kein Phono-Profi, weil ich selten LPs digitalisiere und als DJ nicht mehr mit Vinyl, sondern CDs gearbeitet habe). Ich weiß lediglich etwas über die Dynamik von LPs, aber von einem dafür vorgesehenen Gerät erwarte ich, dass es diese Dynamik 1:1 umsetzen kann und vielleicht sogar noch Headroom bietet. Alles andere wäre ja nicht im Sinne des Erfinders.
Aber "zu laute" Tonabnehmer?

Habt ihr schon mal versucht, die Tonabnehmer-These in einem HiFi-Forum zur Diskussion zu stellen? ich schätze, dort sind die entsprechenden Profis für das Thema zu finden.

Oliver, das mit dem Signalweg von der Box zur Soundblaster verstehe ich gerade nicht so richtig.
Wenn Du magst, kannst Du mir das gerne erklären, aber im Augenblick habe ich ein Verständnisproblem. Welches Signal soll da wie von wo nach wo fließen?

Gruß, Uli
Auch Audacity kann den guten alten Technikergrundsatz nicht aushebeln:
Shit in - shit out: Qualität entsteht während der Aufnahme, nicht in der Nachbearbeitung!

Aktuelle Version: Audacity 2.1.3
PT109 #8
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Zitat von Uli Nobbe:
Oliver, das mit dem Signalweg von der Box zur Soundblaster verstehe ich gerade nicht so richtig.
Wenn Du magst, kannst Du mir das gerne erklären, aber im Augenblick habe ich ein Verständnissproblem. Welches Signal soll da wie von wo nach wo fließen?

Momentan versuche ich ja die Project Record Box über USB mit dem PC zu verbinden, welches ja nicht problemlos funktioniert, da der A/D Wandler in der Box wohl übersteuert ist.

Wenn ich jetzt aber den analogen Ausgang (chinch) der Project Record Box benutze und damit am PC auf meine Soundblaster Soundkarte gehe, könnte diese ja den Ton digitalisieren, funktionieren würde das sicher, aber wäre es auch der bessere Weg? aber okay eventuell ist dies in diesem Forum nicht das richtige Thema.

Nebenbei bemerkt, ich habe die Pro-ject Record Box zurück gegeben und mir jetzt eine Pro-Ject Phono Box USB V geholt, die hat eine regelbaren Eingang und somit sollten die Probleme beseitigt sein.
Wenn ich es getestet habe werde ich nochmal kurz berichten.

Grüße
olli
AnselmD. #9
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Ich benutze den DJ-Tech USB-10 Plattenspieler.
Um Clipping zu vermeiden, muss ich den Eingabepegel  (Aufnahmelaustärke auf 3% (0,03) setzen). Witzigerweise ist es danach immer noch laut genug. Ich lasse danach trotzdem noch einen "Effekt->Normalisieren..." drüberlaufen.

Gruß,
Anselm
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