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Neues Mikrofon + Neuer Audacity User
Cykliptus #1
Mitglied seit 03/2018 · 2 Beiträge
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Betreff: Neues Mikrofon + Neuer Audacity User
Guten Tag und Moin Moin,

ich habe mir heute das Samson G Track gekauft, da ich mein altes Headset, welches kürzlich kaputt gegangen ist,  gegen die Beyerdynamics Dt 770 Pro und das Mikrofon getauscht habe.
Habe mir auch einen PopFilter dazugekauft.

Für mich tut das Mirkofon alles, was es tun soll, es hört sich in Teamspeak und in allen Spielen gut an, ich bin zufrieden.

Da meine Freundin aber sehr gerne und nebenbei auch gut singt, habe ich ihr Audacity heruntergeladen, den Kh an das Mic angeschlossen und nachdem wir einige anfängliche Probleme gelöst und uns mit dem Programm vertraut gemacht haben, bleiben noch ein paar Fragen:

1) Das Mikrofon ist im allgemeinen sehr leise und wenn wir es mit dem "verstärken" Effekt lauter stellen, ist es an der sehr lauten Passagen etwas übersteuert. Sowohl in Windows und am Mic selbst ist die Lautstärke etwas hochgestellt, an der Gesangsspur selbst möchte ich es ungern höher als +3 stellen, damit kein Rauschen entsteht. Also kann ich es irgendwie allgemein noch etwas höher stellen, ohne die Qualität zu sehr zu vermindern?

2) Der Pegel, der den Aufnahmepegel anzeigt, schlägt, wenn ich die Überwachung öffne, nur auf L, also links, aus. Warum ist das so? 
In diesem Screenshot seht ihr, was ich meine.
https://imgur.com/a/Um07O
Vielleicht liegt in der Lösung dieses Problems auch die Lösung für mein erstes Problem.

3) Gibt es in Audacity selbst noch weitere nützliche Tweaks, die euch dabei geholfen haben, eure Aufnahmequalität zu verbessern?


Ich weiß, dass das Mirkofon für seinen Preis (100€) seine Grenzen hat und kein High-End Mikrofon ist, aber ich würde doch gerne das Beste rausholen :)
 


Beste Grüße und vielen Dank für eure Antworten, Cykliptus
Uli Nobbe #2
Mitglied seit 03/2012 · 1511 Beiträge
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Etwas grundsätzliches vorneweg: Im Grunde hat der Kern Deines Problems absolut überhaupt nichts mit Audacity zu tun. Es ist mal wieder einer dieser typischen Hardware-Threads, deren ich mich dennoch annehme (kleiner Seitenhieb @Fuchsi (Administrator), den ich damit schon seit Jahren nerve).
Lediglich Deine letzte Frage touchiert Audacity nur leicht und am Rande, aber die werde ich zum Schluss vergleichsweise einfach abfrühstücken.

Zitat von Cykliptus:
Ich weiß, dass das Mirkofon für seinen Preis (100€) seine Grenzen hat und kein High-End Mikrofon ist, aber ich würde doch gerne das Beste rausholen :)

Hier muss ich Dich korrigieren. Es sind zwei Geräte in einem, die viele Podcaster, Gamer, Talker, aber auch Musiker und Sänger oft als zwei getrennte Komponenten haben:
  • Das Mikrofon an sich.
  • Das Audio-Interface (gemeinhin: externe Soundkarte; hier: im Mikrofon gleich mit verbaut), das den für die Qualität mit entscheidenden Analog-/Digital-Wandler (und zurück, für den Kopfhörer) beinhaltet.
  • Zusätzlich wird Dir ein zusätzlicher, zweiter Eingang zur Verfügung gestellt und ein - nicht bei jedem USB-Mikrofon vorhandenen - Kopfhörer-Anschluss für direct monitoring. Das ist schon eine Menge Holz für das Geld.

Müsstest Du jetzt also beide Geräte separat beschaffen und dabei versuchen, die 100 € nicht zu überschreiten, könnte es eventuell schon eng werden. Qualitativ auf jeden Fall.
Außerdem stellt sich die Frage, welchem Bauteil eine höhere Bedeutung beigemessen werden sollte.

Klar, wer so ein All-in-One-Paket kauft, macht sich darüber keine Gedanken. Aber bitte glaube nicht, Du hättest ein 100-Euro-Mikrofon. Das ist schlicht und ergreifend falsch.
Umgekehrt: Es gibt gute - zumindest aber bessere - Mikrofone für weniger als 100 Euro. Allein, es fehlt dann noch an der externen Soundkarte - dem A/D-Wandler -, der die gute Aufnahme sauber in den Rechner bringt - und die kosten meist nochmal mindestens das Doppelte des Mikrofonpreises, wenn nicht gar mehr. Ich behaupte, dass man nur selten unter 200 Euro dabei rauskommt. Allerdings ist man dann gut für die Zukunft gerüstet, weil man entweder das Mikrofon oder das Interface Schritt um Schritt hochrüsten kann.

Zitat von Cykliptus:
Der Pegel, der den Aufnahmepegel anzeigt, schlägt, wenn ich die Überwachung öffne, nur auf L, also links, aus. Warum ist das so?

Überraschung: Das ist richtig. Ebenso wie unser Mund nicht in Stereo spricht, ist die Mehrzahl der Mikrofone - logischerweise - gleichfalls Mono. Du brauchst also eh nur eine Spur (es gibt Hi-Fi-Ausnahme-Theorien, aber die bewegen sich in Qualitätsstufen jenseits Deiner Hardware). Nimmst Du hingegen eine Stereospur, wird nur eine Seite, bevorzugt die linke, angesprochen. Bei "echtem" Mono (L = R) hingegen hättest Du keinen hörbaren Gewinn, also kannst Du auch einspurig aufnehmen.

Exkurs 1:
Die meisten externen Soundkarten = Audio-Interfaces haben zwei Eingänge für Mikrofone und / oder Instrumente. Tatsächlich werden die beiden Eingänge auch streng nach links / rechts aufgeteilt; es gibt allerdings auch manche Geräte, die einen "Mono-Schalter" haben. Aber letztlich kommt eine getrennte Aufnahme der Spuren einer sinnvollen Nachbearbeitung eher entgegen.

Exkurs 2:
Es gibt natürlich auch Stereomikrofone (soweit ich weiß, aber nicht als USB (von Pocketrecordern mit Interface-Funktionalität mal abgesehen)), aber es wäre sinnfrei, sie für Sprache oder Gesang zu verwenden. Sobald sich der Sprecher / Sänger bewegt = sich das Stereopanorama verändert (Stichwort: Laufzeitdifferenz), würde das beim Hörer sofort Gleichgewichtsstörungen und Schwindel auslösen.

Was Du hier also feststellst, ist vollkommen normal und logisch.

Zitat von Cykliptus:
Vielleicht liegt in der Lösung dieses Problems auch die Lösung für mein erstes Problem.

Nein. Die - normale - Einkanaligkeit hat keinen Einfluss auf die von Dir beschriebenen Wahrnehmungen hinsichtlich der Qualität.
Dazu komme ich jetzt.

Zitat von Cykliptus:
1) Das Mikrofon ist im allgemeinen sehr leise und wenn wir es mit dem "verstärken" Effekt lauter stellen, ist es an der sehr lauten Passagen etwas übersteuert. Sowohl in Windows und am Mic selbst ist die Lautstärke etwas hochgestellt, an der Gesangsspur selbst möchte ich es ungern höher als +3 stellen, damit kein Rauschen entsteht. Also kann ich es irgendwie allgemein noch etwas höher stellen, ohne die Qualität zu sehr zu vermindern?

Zunächst einmal: Die Aufnahmelautstärke in Audacity korrespondiert mit der Einstellung in der Windows-Systemsteuerung.
Dass ein Mikrofon dieser Klasse ein gewisses Grundrauschen aufweist und das bei zunehmender Verstärkung (ganz gleich, ob während der Aufnahme oder in der Nachbearbeitung) mit hochgezogen wird, ist vollkommen normal.
Die Qualität liegt im Mikrofon begründet. Es ist nicht möglich, das Nutzsignal (Sprache, Gesang) zu verstärken und gleichzeitig das Störsignal (Rauschen) auf einem gleich niedrigen Level zu lassen.

Über das Impulsverhalten des Mikrofons und wie gut es sich für Gesang eignet (vor allem, für welchen Typ Gesang), dazu lässt sich nur schwerlich etwas sagen. Letztlich aber werdet ihr euch an das Mikrofon anpassen müssen - oder aber die Hardware an den Gesang (das ist meiner Meinung nach auf Dauer der richtige Weg).

Zitat von Cykliptus:
3) Gibt es in Audacity selbst noch weitere nützliche Tweaks, die euch dabei geholfen haben, eure Aufnahmequalität zu verbessern?

Was auch immer ein Tweak ist: Nein (das ist zumindest meine puristische Lehre). Was Du während der Aufnahme versaubeutelst, kann man mit Audacity nur bedingt reparieren - aber eben nicht verlustfrei.
Während der Aufnahme kann Audacity das Signal ohnehin nicht beeinflussen - da müsstest Du auf andere, vermutlich kostenpflichtige, Programme umsteigen. Von daher bleibt Dir nur, das Aufnahmesignal so sauber wie auch nur irgend möglich in den Rechner zu bringen.
Dazu gehört unter anderem (unvollständige Auflistung, nur als Denkanstoß):
  • Gute Hardware,
  • Passende Raumakustik,
  • Disziplinierte Aufnahme (Sprecher, Sänger); alternativ: Aufnahme über ein Mischpult mit jemand, der es bedienen kann.

Eierlegende Wollmilchsäue gibt es nicht. Und die Sache mit dem Geld: Das ist zwar keine Garantie für gute Qualität, aber ein grober Indikator.
Wer billig kauft ... na ja, Du weißt schon.
Uli Nobbe #3
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Antwort auf Beitrag #1
Nachtrag: Ich habe da beim ersten Lesen doch noch etwas mit Audacity-Bezug übersehen.

Zitat von Cykliptus:
(...) und wenn wir es mit dem "verstärken" Effekt lauter stellen, ist es an der sehr lauten Passagen etwas übersteuert.

Nun, Du kannst beim Effekt "Verstärken" den Haken bei "Übersteuerungen erlauben" rausnehmen, dann sollten keine Übersteuerungen mehr vorkommen.
Zusätzlich kannst Du ja beim Feld "Spitzenampitude begrenzen auf" statt der vorgeschlagenen 0,0 einen geringeren Wert eintragen, z.B. -1,0.

Das kannst Du in Audacity beeinflussen. Wenn es sich dann immer noch übersteuert anhören sollte, dann hast Du es bereits bei der Aufnahme vermurkst > siehe vorigen Post.
Cykliptus #4
Mitglied seit 03/2018 · 2 Beiträge
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Vielen Dank für deine ausführliche und lehrreiche Antwort, wir werden Stück für Stück versuchen, uns an die Hardware und Audacity anzupassen :)
Uli Nobbe #5
Mitglied seit 03/2012 · 1511 Beiträge
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Damit wir uns nicht falsch verstehen: Für Deine Zwecke finde ich das Mikrofon vollkommen okay.

Zitat von Cykliptus:
Für mich tut das Mirkofon alles, was es tun soll, es hört sich in Teamspeak und in allen Spielen gut an, ich bin zufrieden.

Ich nehme ja an, dass ihr es für die Gesangsaufnahmen anders befestigt habt (echter Mikrofonständer, Spinne). Hier kann man schon viel über den Mikrofonabstand und die Raumakustik beeinflussen.

Was das Mikrofonrauschen betrifft: Im Netz finden sich mehrere Hinweise, wie man die Windows-Soundeinstellungen (die, wie beschrieben, mit den Audacity-Einstellungen korrespondieren) eventuell überlisten kann. Zum Glück hat das G-Track ja noch einen eigenen Regler für die Aufnahmeempfindlichkeit des Mikrofons.
Zwar betreffen diese Hinweise Windows 7 (was in Sachen Soundsteuerung durchaus einen guten Ruf in Sachen Soundsteuerung hatte - gemessen an der vorhergehenden Vista-Katastrophe), aber dennoch kann man ja mal überprüfen, ob hier noch Verbesserungspotenzial liegt.
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