Begriffe erklären - wozu is was erforderlich

  • Inzwischen habe ich mir die Handbuchseiten in eine Datei übernommen und gedruckt.
    Darin wird gezeigt was es alles an Funktionen gibt.
    Jetzt suche ich aber noch für die vielen Fachbegriffe eine Erklärung.
    Damit ich erkennen was wozu dient.
    Ein Musiker kennt das natürlich und weiß wann er was, wann, wozu einsetzen soll.
    Gibt es irgendwo eine Zusammenfassung oder muss ich mir das in Wikipedia zusammen basteln?
    Besten Dank für die bisherige Hilfe vom
    Discipuli

  • Ich hatte mal eine Linksammlung angefangen zu allen mir sonst noch im Internet bekannten Informationsquellen:


    * Mehr Information - der Titel der Seite sagt schon alles...


    Ansonsten gibt's hier im Forum noch:


    * Mikrofone, Schall und Raumakustik
    * Jörg Wuttke: Studio Know-how - Das Mikrofon - mehrteiliger Vortrag als YouTube Videos
    * Informationen zu Homerecording-Fragen aller Art


    Das Hauptproblem besteht darin dass Tonaufnahme und Tonbearbeitung ein Riesengebiet ist, mit ungefähr in folgende Teilgebieten, die sich grösstenteils weit überschneiden:


    * Akustik - alles was wir als Schallereignis mit den Ohren hören
    * Medizin - angefangen vom Grundwissen eines Ohrenarztes bis hin zur neurologischen Signalwahrnehmung im Gehirn
    * Musikinstrumentenbau - darunter fällt auch als Teilgebiet "Akustische Eigenschaften von Mikrofonen und Lautsprechern"
    * Elektrotechnik - alles was mit elektrischen Verstärkern und Soundkarten zu tun hat
    * Analoge Signalverarbeitung - mathematische Grundlagen der Signalverarbeitung ausserhalb von Computern
    * Diskrete Signalverarbeitung - mathematische Grundlagen der Signalverarbeitung innerhalb von Computern
    * usw. - mir fällt bestimmt noch mehr ein


    Mein Standard Vortrag geht ungefähr so:


    Die Liste oben liest sich so als sei Tonbearbeitung so kompliziert, dass es niemand im Leben jemals lernen kann. Das ist nicht wahr, weil genauso wie die Liste aus sehr vielen Teilgebieten besteht, besteht auch eine Tonaufnahme (vom Mikrofon bis zum Lautsprecher) aus vielen kleinen Teilproblemen, von denen jedes einzelne Teilproblem meist sogar recht einfach zu verstehen ist. Was Tonbearbeitung kompliziert macht ist nicht die Kompliziertheit an sich sondern die enorm grosse Menge an kleinen Teilproblemen. Meist reicht es schon wenn ein paar der Teilprobleme schief gehen und du hast keine Möglichkeit mehr ein gutes Ergebnis zu erreichen. Das ist das eigentliche Problem.


    Ich kenne ehrlich gesagt kein einziges Buch in dem wirklich alle Aspekte der Tonbearbeitung in ausreichender Tiefe beschrieben sind. Es ist aber nicht so dass das niemand weiss sondern es wurde wahrscheinlich noch kein Weg gefunden solch dicke Bücher zu drucken. Und dass solch dicke Bücher dann überhaupt jemand liest glaube ich sowieso nicht.


    Ein weiteres, Audacity-spezifisches Problem ist dass in der Vergangenheit in Audacity so viel vorwärts und rückwärts und im Kreis herum geändert wurde dass es mir irgendwann einfach zu blöd wurde das alles mitzuschreiben. Das ist der Hauptgrund warum die momentanen Audacity Bedienungsanleitungen ungefähr zwei Jahre veraltet oder noch älter sind.


    Quote

    Ein Musiker kennt das natürlich und weiß wann er was, wann, wozu einsetzen soll.


    Das ist eine sehr naive Wunschtraumvorstellung. Wer schon einmal versucht hat einem Musiker zu erklären warum sein Instrument sich in einer Mikrofonaufnahme anders anhört als er/sie es mit den eigenen Ohren wahrnimmt der wird feststellen dass nur ein sehr geringer Teil der Musiker weiss wie eine Tonaufnahme technisch funktioniert. Das bedeutet aber nicht dass Musiker dumm sind sondern dass Tonaufnahmen (Elektrotechnik) und Akustik (das ist der Teil, den der Musiker meist besser kennt als der Elektrotechniker) nur theoretisch miteinander zu tun haben, die Tonaufnahme aber nur einen sehr geringen Teil akustischer Schallereignisse in annähernder Originalqualität übertragen kann. Der Hauptknackpunkt dabei sind nach wie vor die Mikrofone und die Lautsprecher. Die Qualität der Aufnahmemaschinen ist seit Einführung der Digitaltechnik in den 1980er Jahren zum Glück kein grösseres Problem mehr.


    Schreib' im Zweifelsfall alles was du nicht verstehst als Liste hier rein und ich werde versuchen Wikipedia oder sonst irgendwelche Informationsquellen zu finden. Vielleicht bekommen wir so auch mal wieder eine aktuellere Audacity Bedienungsanleitung...

  • Hallo Edgar rtf
    Das mit dem Studium habe ich inzwischen kapiert.
    Ich glaube es reicht aber schon eine/zwei Stufe(n) tiefer.
    Ich habe z. B wegen Scharchens eine "verkrazte" Stimme.
    Dann ist die nicht so "sonor" und etwas Nachhall sollte auch da sein.


    Ich habe etwas mit der Tonhöhe, Equalizer, Klickfilter, Basverstärker versucht.
    Es wurde besser aber nicht gut


    Es gibt Musiker und Sprecher
    Zu den gehöre ich. Wir wollen doch "nur" so gehört werden wie Klaus Kleber oder Tom Buro.
    Es müsste eine Übersicht darüber geben wie man versuchen kann das zu ereichen.
    Experimentieren würde ich auch schon, aber bitte nicht tagelang.


    Ich weiß ja, dass ihr das alles ehrenamtlich macht.
    Aber es gilt immer noch "Die ersten 10 Minten entscheiden darüber, ob ein Progamm angenommen wird".


    Ich würde ja auch ein Handbuch 10,00 € bezahlen für ein ordentliches Handbuch, dass ich dann ausdriucken muss.
    Ich könnte dir mein jetziges als doc Datei mit einem E-Mail schicken.
    Das habe ich so formatiert, dass die Seiten immer schön voll sind und dann mit Fineprint als Büchlein ausgedruckt.
    Das reicht für den Gebrauch.
    Allerdings müssten noch mehr Verweise darein, wie bei mir auf der Seite 2


    Gruß vom
    Discipuli

  • Quote

    Es gibt Musiker und Sprecher, zu den gehöre ich. Wir wollen doch "nur" so gehört werden wie Klaus Kleber oder Tom Buro.


    Kurzversion: Der Klang einer Sprachaufnahme wird zu 99% vom verwendeten Mikrofon beeinflusst. Alles was in diesem Schritt schiefläuft kann nachträglich mit keinem Tonbearbeitungsprogramm der Welt mehr geändert werden.


    Grob vereinfacht kannst du dir das so vorstellen:


    Das Mikrofon ist dafür zuständig die Schallereignisse der realen Welt in ein elektrisches Aufnahmesignal zu verwandeln. Es gibt aber überhaupt kein Mikrofon (egal wie teuer) das wirklich alle Schallsignale aufnehmen kann (laute Töne, leise Töne, hohe Töne, tiefe Töne). Jedes Mikrofon hat stärken und schwächen in einem anderen Bereich. Da jeder Mensch eine andere Stimme wird auch für jeden Mensch ein eigenes Mikrofon gebraucht um ein gutes Ergebnis zu erhalten. Es macht Sinn in ein Musikfachgeschäft zu gehen und dort mehrere Mikrofone auszuprobieren, das erspart dir hinterher sehr viel Arbeit bei deinen Tonaufnahmen. Das teuerste Mikrofon muss nicht automatisch das beste Mikrofon sein, das billigste nicht unbedingt das schlechteste. Das hängt immer von der eigenen Stimme ab.


    Quote

    Es müsste eine Übersicht darüber geben wie man versuchen kann das zu ereichen.


    Da jeder Mensch eine andere Stimme hat kann es eine solche Übersicht nicht geben. Da hilft nur ausprobieren. Der Aufnahmevorgang und die Nachbearbeitung muss für jede Stimme einzeln angepasst werden. Es macht Sinn jemand in deine Umgebung zu fragen, der schon sehr viele Sprachaufnahmen gemacht hat. Das wichtigste ist das richtige Mikrofon, nicht das Tonbearbeitungsprogramm.