Klassik Mastering Tipps bitte - hier Wohnzimmer-Aufnahme Bach Geige+Flügel

  • Hallo liebe Audacity-Tonmeister,


    leider sind Antworten zu

    Bearbeitung von Kammerchor-Aufnahmen/Empfehlungen

    nicht (mehr) verfügbar, denn ich habe ungefähr dieselben Fragen:


    Ich möchte Klassik-Aufnahmen so gut es geht selber mastern.

    Aktuell geht es um Wohnzimmer-Aufnahmen (recht schalltot), Geige und Flügel, die ich mit einem matched pair Rode NT1-A, XY-Stereophonie mit einem Zoom H4n Pro aufgenommen habe. Die Geige stand etwas links vor dem offenen Flügel, Mikroabstand etwa 2m, vielleicht sollte ich beim nächsten Mal probeweise näher ran, die Geigerin und die Pianistin sind professionell, den Flügel stimme ich selbst :)


    Ich hab mit Audacity bei Klassik sonst nur geschnitten, eingeblendet, ausgeblendet und normalisiert. Für diese Aufnahme experimentiere ich aber mit Hall, leichter Kompression und etwas Bassanhebung, der Flügel darf gern mehr Wärme und Fülle in den tieferen Lagen bekommen. Die Geige soll nicht schärfer, eher wärmer klingen, der Hall unaufdringlich, keine "Doppeltonanschläge" vom Flügel. Es soll auf jeden Fall natürlich bleiben und nicht bearbeitet klingen.

    Im Anhang drei Versionen: 1. unbearbeitet, 2. (Kirchen-)Hall,( Klang etwas scharf?) 3. etwas weniger Hall, etwas (zuviel?) Kompression, etwas Bassanhebung.

    Der Flügel klingt mir immer noch zu dünn, Mikros beim nächsten Mal näher ran? Und sonst)


    Ich habe auch

    https://theaudacitytopodcast.c…y-recipe-for-great-audio/

    gefunden, mich da aber noch nicht eingearbeitet, da geht es um einen weiteren Kompressor.


    Habt ihr Tipps? Konkrete Einstellungen? Andere Effekte? Wenn ihr Lust habt, bearbeitet mein Audio gern selbst und teilt eure Ideen.

    Ich hätte auch Ableton live 10 Suite zur Verfügung, sind da die Effekte womöglich besser?

    Danke!

  • Ganz ehrlich?
    Sobald es um mehr als nur "einfache" Tonbearbeitung wie "schneiden, waschen, föhnen" … äh, 'tschuldigung, "schneiden, filtern, normalisieren" geht, würde ich eher zu einer richtigen "DAW-Software" greifen.

    Audacity ist für die erstgenannten Tätigkeiten sehr gut, wenn man weiß was man will, dafür verwende ich es auch gerne. Aber man muss immer im Kopf behalten das, Audacity destruktiv arbeitet, also das Ausgangsmaterial verändert. Einmal einen Filter angewendet und gespeichert und das Original ist dahin und nicht mehr wiederzuholen. (Es sei denn aus dem hoffentlich vorhandenen Backup)

    Ein DAW-Software arbeitet dagegen nicht destruktiv, das Ausgangsmaterial bleibt immer unverändert. Man kann beliebig Filter, Equalizer, Kompressor- und andere Effekte ausprobieren und auch wieder entfernen, ohne das es für das Original Auswirkungen hat. Man kann auch auf einem Original mehrere Projekte aufsetzen (z.B. Stereo-Mix, 7.1-Mix) obwohl das Original nur einmal physikalisch auf der Festplatte gespeichert ist.

    Mein persönlicher Favorit wäre Ardour, aber Ableton ist genauso geeignet.

    Das oben gesagte sagt übrigens nichts über die Qualität der Effekte aus, es geht rein um den Workflow.

    Zur Aufnahmetechnik: Grundsätzlich ist es – wenn es die Akustik des Raumes nicht hergibt, gleich einen perfekt ausgewogenen Klang zu produzieren – besser, jede Quelle mit einem eigenen Micro aufzunehmen und darauf zu achten, dass jedes Micro auch nur 'sein' Instrument hört. Also getrennt aufnehmen oder zumindest eine akustisch dämpfende Trennwand aufzustellen. Zwei sauber Mono-Aufnahmen sind da zielführender als eine Stereoaufnahme, wo man an der Lautstärken-Ausgewogenheit nur noch wenig ändern kann. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

    Soft: PriMusPublisher, CapalleScan8, Transcribe, Ardour

    (+MuseScore, Audacity, GuitarPro(1…6), Capella(1…6), PdfToMusic, u.v.v.a.m.)

    Prog: Lua, C++, Perl, …

    BS: xubuntu18.04LTS (Früher auch W7x64, aber W10 hat bei mir Hausverbot) ,

    Musik: Notensatz&Musizieren&Recording@Jazz,Rock,Chor@Bass,Gitarre,Gesang.

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