Nach Mischen und Rendern sind die Einzelspuren weg?!

  • Hallo zusammen,


    ich arbeite erst seit Kurzem mit AUDACITY und habe gerade mein erstes größeres Projekt am Start.

    Nach "Mischen und Rendern" erscheint nun "nur" noch eine Stereo-Spur mit dem Mix aus allen Einzelspuren.

    Wisst ihr, wie man nun wieder zurück an die ganzen Einzelspuren kommt? Ich muss nämlich hier und da doch nochmal bearbeiten.


    Vielen Dank schon mal vorab!

    Kai

  • du hast hoffentlich vor dem Mischen und Rendern noch eine Sicherheitskopie der getrennten Spuren abgespeichert? Sonst war's das. Aus dem Stereo-Material kann man nie wieder die einzelnen Spuren zurückgewinnen.


    Einzige Ausnahme... Solange die Sitzung noch offen ist, kannst Du mit STRG+Z natürlich Schritte wieder rückgägig machen. Da würde auch das Rendern wieder zu den Einzelpsuren zurückführen.


    Generell ist das Speichern in AUDACITY tückisch! Die Projekt-Datei ist im Notfall nicht "wiederkonstruierbar". D.h. gibt es während der Speicherns mal irgendwann ein Problem, dann lässt sich dieses Projekt nicht wieder fehlerfrei laden. Meist fehlen dann Spuren oder ganze Sequenzen.


    Daher gilt: Immer wieder Sicherheitskopien anlegen. Die aber unbedingt NICHT ALS PROJEKT speichern, sondern über EXPORTIEREN erzeugen. Da verlierst Du im Ernstfall zwar so Sachen wie Spurnamen oder Textlabels, kannst aber das Audiomaterial zu 100% retten. Das sicherste Exportieren ist:

    DATEI - EXPORTIEREN - MEHRERE EXPORTIEREN -

    Dort am besten als Format signiertes WAV (48kHz), 24bit PCM auswählen. Da hast Du keine Komprimierung und daher auch keine Qualitätsverluste. Allerdings erzeugt dieser Export viele einzelne WAV-Dateien (eine pro Spur).

  • Alternative:

    Datei / Projekt speichern / Verlustfreie Kopie des Projekts speichern...
    (und dann einen GANZ ANDEREN Ordner wählen !)

    Das baut aus den ganzen */*/*.au wieder "richtige" .WAV Dateien. Der einzige Weg, die Rohdaten aus Audacity wieder rauszubekommen. Das gespeicherte Projekt dann archivieren und gut ist. Ich verstehe sowieso nicht, worin der Vorteil der Unmengen an *.au-Dateien liegen soll, bei der heutigen Rechner und Plattenperformance sollte direktes arbeiten auf WAV Dateien deutlich ressourcenschonender sein. Aber sei's drum.

    Zur ursprünglichen Frage:
    Man muss sich immer darüber im klaren sein, das Audacity ein - durchaus besserer - Audioeditor ist. Aber eben keine DAW. Wenn man etwas ändert (Volume, Effekte, Downmix, ...) und dann speichert, dann ist das Original dahin. Das ist in etwa so, als wenn man in einem einfachen Zeichenprogramm den Kontrast eines Bildes ändert und dann speichert. Dann ist das Originalbild auch hinweg.

    Wenn man etwas anderes möchte, muss man eben zu einer leistungsfähigeren Bild- bzw. Audiobearbeitung greifen, die das Original nicht ändert, sondern nur speichert, was wie geändert werden soll und dass dann beim Export entsprechend abarbeitet.